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Tone Vigeland. Schmuck - Objekt - Skulptur
11.03.2017 - 11.06.2017

Skandinavischer Autorenschmuck ist ohne sie und ihre Arbeiten nicht vorstellbar. Tone Vigelands Schmuckobjekte waren bereits zu Beginn der 1960er-Jahre fester Bestandteil heute längst legendär gewordener Ausstellungen und Publikationen, wie etwa der 1961 in der Goldsmiths Hall London stattgefundenen Ausstellung "International Exhibition of Modern Jewellery". Dort wurde die seinerzeit noch junge Kunstrichtung des Autorenschmucks erstmals einer Öffentlichkeit vorgestellt. In ihrem 80. Lebensjahr richtet Die Neue Sammlung der Grande Dame der skandinavischen Schmuckkunst nun ihre erste Einzelausstellung auf dem europäischen Kontinent außerhalb Skandinaviens aus – 50 Jahre nachdem 1967 Vigelands erste Solo-Ausstellung im Kunstnerneshus (Künstlerhaus) in Oslo stattfand. Tone Vigelands Arbeiten umschmeicheln fließend den menschlichen Körper und sind doch aus Metall. Sie oxidiert das hell glänzende Silber bis es schwarz wie Eisen ist. Durch Hautkontakt gewinnt das Silber sein Spiel mit dem Licht zurück, erhält das Schmuckobjekt ungeahnte metallische Farbvalenzen. Jedes Stück individualisiert durch seinen Träger. Die Arbeiten bestechen durch ihre Größe und Volumina, bestehen aber aus einer unvorstellbaren Vielzahl von kleinsten, handgearbeiteten Teilen – aus Silberdraht gedrehten Röhrchen, exakt geschnittenen rechteckigen und runden Plättchen oder winzigen Kügelchen und Ösen – unsichtbar für den Betrachter miteinander verbunden. Tone Vigelands Kunst am Körper wirkt modern und zugleich archaisch.

draußen. Landschaftsarchitektur auf globalem Terrain
27.04.2017 - 20.08.2017

Mit der Ausstellung "draußen" widmet sich das Architekturmuseum der TU München erstmals der Landschaftsarchitektur. Nachdem in den vergangenen Jahren mehrfach die soziale Relevanz von Architektur in der Gegenwart präsentiert wurde, rückt nun auch jene Disziplin in den Fokus, die einen sehr viel weiteren räumlichen und zeitlichen Horizont behandelt. "Landschaftsarchitektur" scheint in der öffentlichen Vorstellung noch immer von der Sehnsucht bestimmt, für die Harmonisierung zwischen den global wachsenden Städten einerseits und der Natur andererseits zu planen. Aber die Vorstellung von Stadt und Landschaft als Gegensatzpaar entspricht längst nicht mehr dem gegenwärtigen Stand einer Disziplin, die sich angesichts der radikalen Umformung des Planeten Erde in Richtung einer analytisch-kritischen Perspektive entwickelt. "Draußen" geht von der Prämisse aus, dass es am Anfang des 21. Jahrhunderts keinen Winkel der Erde mehr gibt, in dem die Wirkungen der Urbanisierung, der massiven Ausbeutung fossiler Brennstoffe, der wachsenden Mobilität und die ungebremsten Veränderungen ökologischer Systeme, aber auch die Folgen zunehmender Migration nicht spürbar sind. Die Ausstellung zeigt in zehn Fallbeispielen das konkrete Zusammenwirken, die systemische Abhängigkeit von Stadt und Umland, von Wasserkreisläufen und den lokalen und globalen Bedingungen. Die Initiatoren sind fünf akademische Teams, die hier grundlegende Forschungen präsentieren. Sie versuchen in den dargestellten Projekten, die von Casablanca über Madrid und Changde bis Kigali und Medellín reichen, zu allererst komplexe räumliche Situationen zu analysieren. Dabei ziehen sie verschiedene Instrumente und Disziplinen wie die Soziologie oder Ethnologie heran. In den konkreten Fallbeispielen wird kontextspezifisches Systemwissen zusammengetragen und in enger Beteiligung mit den örtlichen Projektpartnern abgeglichen, bevor überhaupt an mögliche transformatorische Perspektiven und bauliche Maßnahmen gedacht wird. Ziel der Ausstellung ist es, der Öffentlichkeit eine tiefere Vorstellung von den sich wandelnden Konzepten und Strategien der Landschaftsarchitektur in der Gegenwart zu vermitteln und zugleich ihre wachsende Bedeutung für die Zukunft darzustellen. Landschaftsarchitektur von heute widmet sich jenen räumlichen Systemen, die die Gesellschaft von morgen prägen werden.

Hans Haacke - Gift Horse
27.04.2017 - 20.08.2017

Das Haus der Kunst freut sich, Hans Haackes gefeierte Monumentalplastik Gift Horse (2015) in seinen Räumen zeigen zu können. Ursprünglich im Auftrag der City of London als zehnter Beitrag für den Skulpturensockel "Fourth Plinth" am Trafalgar Square entstanden, wurde dieses Werk inmitten hitziger Debatten über die Ausgabefreudigkeit der Stadtverwaltung in Zeiten eisernen Sparens während der Finanzkrise enthüllt und dadurch auch in einen Zusammenhang mit den aktuellen sozialen und politischen Verhältnissen überall auf der Welt gebracht. So gesehen hätte Gift Horse zu keinem sinnfälligeren Zeitpunkt entstehen können. Die Bronzeplastik stellt, basierend auf einer Radierung des englischen Malers George Stubbs, ein Pferdeskelett ohne Sattelzeug dar. Ein elektrisches, an einem Vorderbein des Pferdes befestigtes Laufschriftband zeigt in Echtzeit übertragene Kurse der Londoner Aktienbörse an, die in München durch einen Live-Ticker der Frankfurter Börse ersetzt werden. Die Arbeit nimmt unmittelbar Bezug auf ein nie ausgeführtes Reiterstandbild von König Wilhelm IV., das ursprünglich für den Sockel vorgesehen war, und versinnbildlicht das Zusammenwirken von Reichtum, Macht und imperialer Geschichte. Wie Haacke erläutert, entstand sein Projektvorschlag aus der eingehenden Auseinandersetzung mit dem Ort und der Bedeutung des Denkmals für die politische Repräsentation: "Ich wurde als einer von sechs Künstlern eingeladen, einen Vorschlag für den vierten Sockel an der nordwestlichen Ecke des Trafalgar Square einzureichen. Der Sockel stand seit 150 Jahren leer. Georg IV., dessen Reiterstatue einen Sockel an der Nordostecke ziert, hatte in seiner Regierungszeit so viel Geld ausgegeben, dass es unter dem Nachfolger, seinem jüngeren Bruder Wilhelm IV., nicht mehr für einen Ritt auf dem Bronzepferd reichte. Nachdem ich mehrere Einfälle verworfen hatte, schien mir eine Bezugnahme auf den Brauch, Herrscher auf Pferderücken zu verewigen, angebracht. (Ich bin nicht der erste Fourth Plinth-Künstler, der das tut.) Meine Verewigung sollte ein Pferdegerippe mit Live-Verzierung sein – und keinen Reiter haben. Zum Projektvorschlag für den Fourth Plinth gehörte ein Bild, dem man entnehmen konnte, wie das Ganze am Ende aussehen würde. Da ich keinerlei Kenntnis von Pferdeskeletten besaß (auch was das angeht, bin ich wohl nicht der einzige), fragte ich eine Bibliothekarin, ob sie einschlägige Publikationen kannte. Sie verwies mich auf The Anatomy of the Horse von George Stubbs. Von meinen Besuchen in der Tate kannte ich Stubbs als Maler von Pferden und englischen Adeligen auf Pferderücken. Aber mir war neu, dass er als Sohn eines Gerbers eigenhändig Pferde seziert und seine Beobachtungen als Radierungen in diesem Buch veröffentlicht hatte. Dann fand ich heraus, dass gleich in nächster Nähe des Trafalgar Square ein Porträt von Whistlejacket, einem sich aufbäumenden Araberhengst, das sein Besitzer Charles Watson-Wentworth, zweiter Marquis von Rockingham, in Auftrag gegeben hatte, in einem großen Saal der National Gallery hängt. Dieser Marquis war ein Whig und zweimaliger Premierminister und laut Wikipedia 'selbst nach den Maßstäben dieser wohlhabenden Kreise außergewöhnlich reich'. Ob Gift Horse nun ein Denkmal oder ein Mahnmal ist – betrachten Sie es vielleicht einfach als meine Reverenz an die City, die Wallstreet von London." Nach seiner erfolgreichen Enthüllung in London wird Gift Horse in Absprache mit Haacke am Haus der Kunst in der monumentalen Mittelhalle gezeigt, um so eine weitere Ebene der Resonanz auf die für viele europäische Plätze und Gebäude bestimmende öffentliche Machtdarstellung zu eröffnen. Denn diese Plastik ist insbesondere in ihrer Anknüpfung an zeitgenössische Zurschaustellungen von Macht, Wert, Reichtum und politischem Gedächtnis interessant. Unmittelbar beim Betreten der Mittelhalle im Haus der Kunst werden die Besucher mit dem, auf einem monumentalen Sockel aufgestellten Gift Horse, als eine Antwort auf die zeremoniell aufgeladene und propagandistische Vergangenheit der ehemaligen Ehrenhalle konfrontiert. Es steht in Erinnerung an die zeremonielle und propagandistische Funktion der ehemaligen Ehrenhalle auf einem wuchtigen Piedestal. Die skulpturale Qualität von Haackes scharfsinniger Reflexion von Macht bildet einen Gegensatz zur monumentalen Dimension der Mittelhalle und bereichert so auch die Diskussion über die bevorstehende Renovierung des Hauses der Kunst

Peter Lindbergh. From Fashion to Reality
13.04.2017 - 27.08.2017

Peter Lindbergh (*1944 in Lissa, Deutschland) gilt als einer der einflussreichsten Fotografen der letzten vierzig Jahre. Diese spektakuläre multimediale Schau präsentiert rund 200 Arbeiten, darunter nicht nur seine ikonische Modefotografie, sondern auch exklusives, bis heute ungezeigtes Material wie Storyboards, Requisiten, Polaroids, Kontakt-Abzüge und Filme.

Bienen - Bestäuber der Welt
04.04.2017 - 27.08.2017

Sie leben in komplexen Staaten, praktizieren eine perfekte Arbeitsteilung und bauen mit geometrischer Präzision kunstvolle Waben. Dank ihnen blüht es, gibt es Obst, Gemüse und so manch süße Köstlichkeit: Bienen. Das Deutsche Jagd- und Fischereimuseum zeigt die Sonderausstellung mit herausragenden Fotografien der international bekannten Tierfotografen Heidi und Hans-Jürgen Koch. Mit ihren Aufnahmen zeigen sie spannende Einblicke in das verborgene Leben der Honigbiene. Die Bilder zeichnen sich durch ungewöhnliche Blickwinkel, Witz und Perfektion aus. Von bestäubenden Bienen, über ihre Arbeitsteilung im Stock, bis hin zu Bienen im Dienst der Wissenschaft zeigen die spannenden Makroaufnahmen Arbeiterinnen, Königin und Drohnen aus nächster Nähe. Neben fotografischen Einblicken in das Leben der Honigbienen können Besucher der Ausstellung noch mehr rund um das Thema Biene entdecken.

Im Licht der Jahreszeiten – Spaziergänge durch den Nymphenburger Schlosspark
07.04.2017 - 10.09.2017

Der zum Nymhenburger Schloss gehörende Park ist ein Juwel europäischer Gartenbaukunst und seit mehr als 200 Jahren ein unschätzbar wertvolles Biotop – inmitten der Millionenstadt München. Die etwa 200 Hektar große Parklandschaft mit ihren Wegen, Wiesen, Wäldern, Seen und Kanälen bietet Erholung und Entdeckungen für Menschen und Platz sowie Schutz für unzählige Tier- und Pflanzenarten.

Werner Aisslinger. House of Wonders
11.11.2016 - 17.09.2017

Der vielfach ausgezeichnete Produktdesigner Werner Aisslinger (*1964, lebt in Berlin) ist eingeladen, für die Paternoster-Halle der Pinakothek der Moderne eine ortsspezifische Installation zu entwickeln. Dieses neue, auf jeweils zehn Monate angelegte Format erweitert die Idee einer temporären Ausstellung und verändert das Bild der Neuen Sammlung. Werner Aisslinger ist - nach Konstantin Grcic - die zweite Designpersönlichkeit, die sich mit der doppelstöckigen und von einer Galerie einsehbaren sowie durch zwei Paternoster-Aufzüge charakterisierten Halle auseinandersetzt und so mit den Inhalten seiner eigenen Arbeiten den Diskurs über Display und Museum fortführt. Werner Aisslingers Praxis basiert auf der Idee des Materialtransfers sowie auf der Frage, wie das Leben und Arbeiten von morgen aussieht. Zum einen beeinflussen gesellschaftliche Veränderungen die Wohnbedürfnisse der Menschen, zum anderen kommen immer mehr neue Materialien mit großem Potential auf den Markt, die aus Bereichen der Autoindustrie, der Medizin oder den Biowissenschaften stammen. Werner Aisslinger antwortet mit seinen Objekten des unmittelbaren Wohn- und Arbeitsumfeldes auf diese Herausforderungen. Er ist bekannt durch seine auffälligen und unkonventionellen Lösungen für Interieur-, Retail- und Hoteldesign. Ökologische Strukturen, Themen der Nachhaltigkeit und praktische Aspekte spielen im Entwicklungs- und Herstellungsprozess seiner Objekte die Hauptrolle. Für Die Neue Sammlung wird Werner Aisslinger die Paternoster-Halle zu einem Studiomodell für Leben, Wohnen und Arbeiten umwidmen. Orte des Aufenthalts, Orte alltäglicher Tätigkeiten, Ruhezonen, die Produktion von Möbeln und Nahrung durch Micro-Farming werden hier genauso thematisiert wie der Einsatz von Robotern, Drohnen oder Big Data.

Thomas Struth: Figure Ground
05.05.2017 - 17.09.2017

Diese Ausstellung des renommierten deutschen Fotografen Thomas Struth (geb. 1954) bietet einen umfassenden Überblick über sein genrebildendes Gesamtwerk. Vier Jahrzehnte und jede Phase seiner Laufbahn sind abgedeckt; im Mittelpunkt stehen seine gesellschaftlichen Interessen, als eigentliche Triebkräfte seiner international einflussreichen künstlerischen Entwicklung. Mit über 120 Arbeiten ist diese Ausstellung seine bislang größte Retrospektive. Sie vereint zuvor noch nie gezeigte frühe Arbeiten mit gesammelten Ressourcen aus Struths Archiv. So werden die weitreichenden und langjährigen Ideen hinter den verschiedenen Arbeiten deutlich, und der Prozess der künstlerischen Umsetzung bis zum fertigen Bild. Die Ausstellung verbindet diese frühen Ideen mit bekannten Gruppen von Arbeiten wie "Straßen", "Unbewusste Orte", "Portraits", "Museumsbilder", "Paradise" und "Audiences", die wiederum mit Arbeiten wie "Nachtprojekt" in Dialog treten, der Diaprojektion, die 1987 für Skulptur Projekte Münster entstanden ist, mit den Videoporträts und anderen Videoprojektionen, der jüngsten Fotoserie aus "Nature & Politics" sowie ortspezifischen Arbeiten wie dem "Löwenzahnzimmer", Fotografien von Landschaften und Blumen für die Krankenzimmer der Klinik Lindberg im schweizerischen Winterthur. Dieses Wechselspiel verschiedener Werke zeigt Struths Talent, Analyse und Bilderfindung in facettenreichen Arbeiten und Techniken zusammenzubringen, was zu grenzübergreifenden und eindrucksvollen fotografischen Bildern führt.

Shaded Memories
17.02.2017 - 17.09.2017

Die Fotografin Ann-Christine Woehrl reiste von 2013 an mehrmals nach Kambodscha. Sie besuchte das ehemalige Gefängnis S-21 in Phnom Penh, zahlreiche der sogenannten Killing Fields sowie das seit 2006 eingerichtete UN-Tribunal zur Ahndung dieser Verbrechen – Orte des Grauens und der ersten, vorsichtigen Aufarbeitung. Woehrls Dokumentationen dieser Stätten sind beklemmende Zeugnisse unfassbarer Ereignisse. Angesichts der Fotografien aus dem Gefängnis S-21 glaubt man das menschenverachtende Geschehen förmlich zu spüren. Seit 1979 ist das Gefängnis ein Museum, das Tuol Sleng Genocide Museum. Mit den dort ausgestellten Fotografien der ermordeten Menschen ist es zu einem Ort der Erinnerung geworden. In den Gesichtern der Männer, Frauen und Kinder, die gleich nach ihrer Verhaftung fotografiert und biografisch erfasst wurden, spiegelt sich das ganze Leid und die Hoffnungslosigkeit der Gefangenen. Die Arbeiten Woehrls sind persönliche und intime Reflexionen. Sie ziehen jeden Betrachter sofort in ihren Bann.

After the fact. Propaganda im 21. Jahrhundert
30.05.2017 - 17.09.2017

Die beste Propaganda erscheint im Gewand der Entertainments. (N.J. O'Shaughnessy) Mit dem 21. Jahrhundert beginnt eine neue Ära politischer Propaganda. Geopolitische Ereignisse wie der 11. September, der von Georg W. Bush erklärte War on Terror, die Einführung der Gemeinschaftswährung der Europäischen Union und die Kriege im Nahen Osten haben über die Jahre zu verhärteten Fronten geführt: Okzident und Orient, Freiheitskämpfer und Terroristen, Wutbürger und Lügenpresse, die Europäische Union als Wunschziel (für Migranten aus kriegsversehrten und ärmeren Ländern) und Fluchtgrund zugleich (Brexit) – diese und andere polarisierende Kategorien prägen seitdem die politische Diskussion.

Kerstin Brätsch. Innovation
25.05.2017 - 17.09.2017

Die in New York lebende Malerin Kerstin Brätsch hat in den vergangenen zehn Jahren mit einem ebenso vielgestaltigen wie konsequenten Werk überzeugt. Ihrem Schaffen liegt ein erweiterter Malerei-Begriff zugrunde – es umfasst neben großformatigen Ölbildern (meist auf Papier), auch Malereien auf Polyesterfolie, Glasbilder, Marmorierungen sowie performative Interventionen. In ihren Bildern greift Brätsch klassische Topoi der Malereigeschichte auf, wie beispielsweise die Portraitmalerei oder Spielarten der Abstraktion. In gleichem Maße spiegelt sich darin aber auch die Infragestellung der Legitimität des Mediums Malerei durch die digitalen Technologien. Ähnlich den digital zirkulierenden sind ihre eigenen Bilder kontinuierlich veränderbar; sie werden durch Performances im Stadtraum oder spezielle Displays gezielt „Stresstests“ unterzogen – sie sind sich also des Drucks, dem die Malerei aktuell ausgesetzt ist, deutlich bewusst. In diesem Spannungsfeld sucht Kerstin Brätsch Wege für einen relevanten und persönlichen künstlerischen Ausdruck. Dabei hält sie an der Malerei und ihrer Geschichte fest und testet ihre Widerstandskraft gegenüber diesen Entwicklungen von innen heraus. Mit über 100 Werken gibt diese erste museale Einzelausstellung der Künstlerin einen retrospektiven Überblick ihres Schaffens.

Global Prekär. Flucht, Trauma und Erinnerung in der zeitgenössischen Fotografie
10.02.2017 - 01.10.2017

Politische und gesellschaftliche Konflikte zu dokumentieren gehört seit jeher zu den zentralen Aufgaben von Fotografie. Die neu eingerichtete Präsentation aus den Sammlungsbeständen widmet sich der künstlerischen Auseinandersetzung mit Krieg und Vertreibung sowie Entwurzelung und Flucht. Die ausgestellten Künstlerinnen und Künstler entwickeln ihre Arbeiten aus der Beschäftigung mit den noch immer nachwirkenden Folgen des 2. Weltkriegs. Sie fokussieren ihren Blick jedoch auch auf die Konflikte zwischen der sogenannten Ersten und der Dritten Welt, sei es entlang des amerikanisch-mexikanischen Grenzzauns oder an den europäischen Außengrenzen. Ihre vielschichtigen visuellen Erzählungen gehen von konkreten Ereignissen aus, deren historische Überlieferung und gesellschaftliche Relevanz sie kritisch reflektieren. Den Bildern der Medien wie den offiziellen Verlautbarungen setzen sie eine andere, aus der persönlichen Perspektive gewonnene Lesart entgegen.

Revolutionär und Ministerpräsident – Kurt Eisner (1867-1919)
12.05.2017 - 08.10.2017

Das Münchner Stadtmuseum zeigt eine Ausstellung zum 150. Geburtstag von Kurt Eisner (1867 – 1919), dem ersten Ministerpräsidenten Bayerns, der bei einem Attentat am 21. Februar 1919 auf offener Straße erschossen wurde. Im Fokus steht der politische und publizistische Werdegang einer charismatischen, von vielen Seiten vereinnahmten und dadurch auch widersprüchlichen Persönlichkeit. Die biografische Darstellung bildet den Auftakt zu einer ganzen Reihe von Veranstaltungen, mit denen die Landeshauptstadt München den historischen Ereignissen der Jahre 1918 und 1919 nachspürt.

Divine X Design. Das Kleid der Antike
05.04.2017 - 08.10.2017

Kleidung hat in der Antike ebenso wie heute eine hohe gesellschaftliche Relevanz. Die Ausstellung "Divine X Design. Das Kleid der Antike" soll ein Gespräch über Bekleidung im antiken Griechenland und unsere Vorstellungen von Kleidung und Mode anregen. Gemeinsam mit der AMD Akademie Mode & Design haben die Staatlichen Antikensammlungen und Glyptothek München dazu ein Projekt umgesetzt, um antike Kleidung und zeitgenössisches Modedesign in einen Dialog treten zu lassen. Hochkarätige antike Kunstwerke und eigens für die Ausstellung entworfene Mode von Nachwuchsdesignern veranschaulichen den Dialog zwischen den Epochen. Des Weiteren geht die Ausstellung der Frage nach, welches Aussehen, welche Funktion und welchen gesellschaftlichen Stellenwert Kleidung im antiken Griechenland hatte, und wie diese Vorstellungen im Laufe der vergangenen Jahrhunderte in unsere heutige Zeit tradiert wurden und werden. Denn Kleidung ist in allen Gesellschaften bestimmt durch offizielle und inoffizielle Kleiderordnungen, Codes, Chiffren und die Zuschreibung von (Status-)Symbolen. Auf archäologischer Basis wird das Wissen um Kleidung in der griechischen Antike präsentiert. Im Alltag, bei Festlichkeiten, beim Sport, bei der Jagd und im Krieg kam unterschiedliche Kleidung zum Einsatz. Auch Kosmetik, Frisuren und Accessoires waren damals schon wichtige Stilmittel für das individuelle Erscheinungsbild. Da kaum Textilreste aus der griechischen Zeit erhalten sind, wird anhand von gemalten Bildern auf antiken Gefäßen, Statuetten aus Ton und Bronze, Schmuck sowie lebensgroßen Marmorstatuen den Fragen nach dem Aussehen und der Bedeutung der damaligen Kleidung sowie den Fertigungsprozessen nachgegangen. Kleidung kann als soziales Phänomen aufgefasst werden. Die archäologischen Objekte geben Hinweise darauf, welche Zeichen von Kleidung ausgehen betreffend Standes-, Alters- und Geschlechtsunterschiede, welche gesellschaftlichen Vorstellungen sich darin spiegeln. Sie legen den Umgang mit dem menschlichen Körper und die Inszenierung desselben nahe. Themenfelder wie Schönheit, Erotik und Hässlichkeit werden mit Hilfe von Kleidung, aber auch von Nicht-Bekleidung dargestellt. Die Entwürfe zeitgenössischer Mode in der Ausstellung vermitteln weitere Zugänge zur Thematik. Ausgehend von sowohl inhaltlichen Fragestellungen, etwa im Umgang mit dem Mythos oder mit Körpervorstellungen, als auch von formalen Anknüpfungspunkten bei der Bearbeitung von Faltenwürfen sind zwei Modekollektionen entstanden. Sie zeigen in der Ausstellung, wie fruchtbar eine solche gestalterische Auseinandersetzung mit antiker Kunst sein kann. Die Modekollektionen haben einen klaren Bezug zum "Heute" und regen im Zusammenspiel mit den antiken Objekten dazu an, über soziokulturelle und historische Zusammenhänge neu nachzudenken. Denn was an antiker Kunst über die Zeichenhaftigkeit von Kleidung und ihre Relevanz in der Gesellschaft herausgearbeitet wurde, ist auch an den zeitgenössischen Entwürfen in einer für die heutige Zeit aussagekräftigen Form nachzuvollziehen. Die Ausstellung besteht aus zwei Teilen. Sie findet in den Antikensammlungen und der Glyptothek statt.

Mentales Gelb. Sonnenhöchststand
06.05.2017 - 08.10.2017

Eine Ausstellung im Kunstmuseum Bonn und in der Städtischen Galerie im Lenbachhaus München Die Städtische Galerie im Lenbachhaus bereitet in Kooperation mit dem Kunstmuseum Bonn die Ausstellung "Mentales Gelb. Sonnenhöchststand" vor. Die Präsentation ist der Sammlung KiCo von Hans-Gerd und Doris Riemer aus Bonn gewidmet, die seit Mitte der 1990er Jahre an beiden Museen in Bonn und München beheimatet ist. Der Schwerpunkt der Sammlung lag in ihren Anfängen auf monochromer Farbmalerei, hat sich jedoch im Lauf von zwei Jahrzehnten auf ein weites Spektrum von Gegenwartskunst bis hin zu raumgreifenden Installationen ausgedehnt. Ankäufe erfolgen unter der Prämisse, vollständige Werkgruppen oder ganze Raumkonzepte in die Sammlung zu integrieren. Die erworbenen Werke sollen den öffentlichen Museen dauerhaft zur Verfügung stehen. In enger Zusammenarbeit und Abstimmung zwischen den Sammlern und den beiden Museen wird die Sammlung kontinuierlich erweitert.

Bauhaus Anhänger Naum Slutzky
11.10.2016 - 11.10.2017

Der zwischen 1920 und 1922 entstandene Anhänger gehört zu den wichtigsten Arbeiten Slutzkys, wie zahlreiche Veröffentlichungen belegen. Slutzky hatte ihn der Bauhausstudentin Else Kleinwort geschenkt, in deren Familie das herausragende Schmuckstück knapp hundert Jahre bewahrt wurde, ohne dass die Fachwelt davon Kenntnis hatte. Erst im Rahmen der Fernsehsendung Kunst & Krempel (Bayerischer Rundfunk) wurde der Anhänger im Jahr 2009 wiederentdeckt. Der Anhänger wurde vom Bauhaus selbst als vorbildlich für die dort entstandenen Schmuckarbeiten angesehen. Bereits 1923 in der ersten großen Bauhaus-Ausstellung in Weimar vorgestellt, gehört der Anhänger zusammen mit einem Ring Slutzkys zu den einzigen Schmuckobjekten, mit denen Walter Gropius, Gründer und erster Direktor des Bauhauses, seine 1925 zusammengestellte Auswahl repräsentativer Bauhausarbeiten illustrierte.

Farbraumkörper
04.05.2017 - 14.10.2017

Die Ausstellung in der Sammlung Goetz umfasst mit Gotthard Graubner, Imi Knoebel, Blinky Palermo und Reiner Ruthenbeck vier Künstler, die auf ganz unterschiedliche Art und Weise die Gestaltungsspielräume von ungegenständlicher Kunst ausloten. Durch ihre Verbindungen zur Düsseldorfer Akademie ist ihr Werk geprägt durch die Freude am Experiment und den Aufbruchgeist, der in den 1960er- und 1970er-Jahren an dieser renommierten Kunsthochschule herrschte.

Gerwald Rockenschaub. Re-Entry (Third ear edit)
04.05.2017 - 14.10.2017

Gerwald Rockenschaub bedient sich in seinem komplexen Werk der gesamten Vielfalt minimalistischer und formalistischer Ausdrucksmöglichkeiten. Im Base 103 der Sammlung Goetz präsentiert er nicht nur die Werke aus dem Sammlungsbestand, sondern wird eigens für den Raum eine neue Installation entwickeln.

Hinter den Worten - Die Schauspielerin Gisela Stein
26.04.2017 - 15.10.2017

Die Ausstellung über Gisela Stein erinnert mit einer Vielzahl von Fotos, Kostümen und filmischen Inszenierungsausschnitten an eine der herausragenden Theaterschauspielerinnen unserer Zeit. Ob als Iphigenie, Hekabe, Penelope oder als Darstellerin in modernen Stücken: Mit dem Wort als "Initiator" für Bilder, Gefühle und Assoziationen brachte die Schauspielerin auf der Grundlage intensivster Durchdringung der Texte immer wieder neue verborgene Bedeutungsebenen einer Rolle und eines Stücks zur Anschauung. 1980 kam sie an die Münchner Kammerspiele, wo sie mit dem Regisseur und späteren Intendanten Dieter Dorn und den Mitgliedern seines legendären Ensembles – etwa Helmut Griem, Rolf Boysen, Peter Lühr, Thomas Holtzmann und Cornelia Froboess – eine unvergleichliche Arbeitssymbiose verband. 2001 folgte sie Dieter Dorn für weitere sechs Jahre an das Bayerische Staatsschauspiel.

Theatre of Measurement - Schaufenster im Hofgarten
04.02.2017 - 20.12.2017

Die Künstler Liudvikas Buklys, Antanas Gerlikas, Annaik Lou Pitteloud und Jonas von Ostrowski zeigen ihre Werke in einer einjährigen sich kontinuierlich verändernden Gruppenausstellung. Letzterer agiert ebenso als Ausstellungsszenograf. Die Kunstwerke werden in bestimmten Abständen das ganze Jahr über im Schaufenster präsentiert, aber auch im Kino des Kunstvereins, im Foyer oder an anderen Standorten in München.

Der Blaue Reiter kehrt zurück
03.02.2016 - 31.12.2017

"Das ganze Werk, Kunst genannt, kennt keine Grenzen und Völker, sondern die Menschheit." Die Wiedereinrichtung der Sammlung des »Blauen Reiter« setzt neue Akzente in der Schausammlung. Die Besucherinnen und Besucher treffen auf den Reichtum der weltweit größten Sammlung an Bildern des »Blauen Reiter«, die durch eine stärker auratische Hängung Kandinskys Diktum folgt, dass nur das "eigentlich Künstlerische" im Mittelpunkt jeder Betrachtung stehen solle. Gleichzeitig wird anhand verschiedener Exponate und Dokumentationsmaterialien der Pluralismus der künstlerischen Äußerungen, der ein Spezifikum des »Blauen Reiter« darstellte, verstärkt in den Fokus gerückt.

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