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Ausstellungen

Die zwei Leben des Pergamonaltars
11.10.2017 - 09.02.2018

Seit seiner Entdeckung zieht der Pergamonaltar Archäologen und Künstler in seinen Bann. Die Ausstellung vereint beide Formen der Annäherung an die Antike: Die Archäologie möchte die Antike verstehen, die Kunst sie in ihrer Ganzheit erfahrbar machen. Gemeinsam tragen beide zum Fortleben des Pergamonaltars bei. Nach dem Puschkin-Museum in Moskau sind die Arbeiten des russischen Pantomimen und Fotokünstlers Andrey Alexander nun erstmals in Deutschland zu sehen. In einer Fotoinstallation rekonstruierte er alle Figuren des über 30 Meter langen Ostfrieses in Originalgröße. Doch wer ließ den Altar erbauen? Und was bedeutete der Götter-Giganten Fries des Pergamenern? Ergänzt durch zahlreiche Gipsabgüsse von Stücken aus Pergamon erzählt die Ausstellung, was Archäologen über den großen Altar herausgefunden haben.

Kapsel 08: Polina Kanis
15.09.2017 - 18.03.2018

Die Kapsel-Ausstellungen am Haus der Kunst bieten jungen, aufstrebenden Künstlerinnen und Künstlern aus aller Welt eine Gelegenheit, neuere Arbeiten in einem institutionellen Kontext vorzustellen. Die vierte Ausgabe dieser Reihe bespielen der aus Kolumbien stammende, in London lebenden Künstler Oscar Murillo und die russische Medienkünstlerin Polina Kanis. Polina Kanis (geb. 1985 in Leningrad, heute St. Petersburg) erkundet die Grenzen zwischen Film, Fotografie und Performance. Ihre Videos sind von einer markanten Spannung zwischen dem dargestellten Geschehen und der Welt jenseits des Bildkaders geprägt. Kanis‘ Protagonisten halten sich in geschlossenen Systemen auf, innerhalb derer unsichtbare Herrschaftsinstanzen ihr Verhalten auf automatisierte und ritualisierte Handlungen reduzieren. Diese mikrokosmischen Szenerien gehen der Frage nach, inwieweit ein vorgegebener Rahmen – sei er gesellschaftlich, politisch oder kulturell – Einfluss auf die ihm unterworfenen Lebewesen nimmt, wie er sie deformiert und ihre Beziehungen verfälscht und pervertiert, während die Betroffenen darum ringen, ihren Platz in der Gemeinschaft zu finden. Polina Kanis hat 2011 ihr Studium an der Moskauer Multimedia-Kunstschule Schkola Rodtschenko (Rodchenko Art School) abgeschlossen. Im selben Jahr wurde ihr Video "Eggs" (2010) mit dem Kandinksy-Preis in der Kategorie "beste Nachwuchskünstlerin" ausgezeichnet. 2016 gewann sie den Sergei Kurjochin-Preis in der Kategorie "Medienobjekte" für ihren Film "The Pool" (2015). Ihre Arbeiten wurden in zahlreichen Einzel- und Gruppenausstellungen gezeigt, unter anderem im Parallelprogramm der Manifesta 10 und auf der 3. Uralischen Industriebiennale für zeitgenössische Kunst von 2015. Im Januar 2017 tritt Kanis eine Künstlerresidenz an der Rijksakademie van beeldende kunsten in Amsterdam an.

Kapsel 07: Oscar Murillo
15.09.2017 - 18.03.2018

Oscar Murillo hat sich in nur wenigen Jahren zu einer der aufregendsten künstlerischen Positionen entwickelt. Primär im Medium der Malerei beheimatet, sprengt er zugleich eben diesen Rahmen auf radikale Weise: Er integriert Video, Zeichnung, skulpturale, installative und performative Elemente in seine Präsentationen, denen eine intensive, unmittelbare und viszerale Qualität innewohnt. In Oscar Murillos Installationen findet sich der Betrachter in mitten eines klugen, hoch-ästhetischen und gleichzeitig existenziellen Spannungsfeld in dem es um das Verständnis von Arbeit und Spiel, Produktion und Konsum, Original und Aneignung, Zentrum und Peripherie genauso wie um die Beziehung von Materie und Transzendenz geht. Während sich Oscar Murillos Projekte noch vor einigen Jahren oft im Grenzbereich zu sozialen Experimenten bewegten, zeichnen sich seine jüngsten Installationen heute durch ein tastendendes Erkunden von Raum durch (malerische) Gesten aus und eröffnen damit historische, ökonomische, gesellschaftliche und philosophische Assoziationen. Seine raumgreifenden, extrem dichten Installationen umfassen schwere, teilweise zerschlissene und wieder zusammengenähte Leinwände, die beidseitig in schwarzer Ölfarbe bemalt sind und auf Stahlkonstruktionen, die an die Obduktionstische erinnern, drapiert sind oder wie auf Wäscheleinen aufgehängt, den Raum ordnen. An industriellen Haken montierte Waagen führen zu (einem memento mori ähnelnd) einer Taxonomie des Messens. Ein Gemisch aus Ton und Mais setzt dabei spröde skulpturale Akzente wie Lebenszeichen. Boden, Wände, der Raum selbst, und die Vielschichtigkeit von Blickachsen verbinden sich zu einer vibrierenden Konstellation, einem Bild für Transformation selbst. Sichtbar, spürbar wird die Lust und Intensität genauso wie die Fragilität des Lebens mit seinen unvereinbaren Gleichzeitigkeiten. Im Rahmen der Ausstellung von Oscar Murillo im Haus der Kunst wird in München ebenfalls das Projekt Frequencies durchgeführt. Frequencies ist ein seit 2013 fortlaufendes gemeinsames Projekt des Künstlers mit Familienmitgliedern und der Soziologin Clara Dublanc und Schulen verschiedenster Länder. Über den Zeitraum von sechs Monaten werden auf den Schulbänken Leinwände fixiert und damit die Schüler dazu angeregt, ihre Spuren, Zeichnungen und Ideen zu hinterlassen.

Islands Geologische Vielfalt
01.01.2012 - 31.03.2018

Mit einer Flächenausdehnung von 103 000 km2 ist Island die größte Vulkaninsel der Erde. Die lebhafte tektonische, vulkanische und geothermale Aktivität bietet Wissenschaftlern einzigartige Voraussetzungen für die Erforschung geologischer Prozesse und Bildungen. Anlässlich des letzten großen Vulkanausbruchs am Eyjafiallajökull in Island im April 2010 und der langjährigen Forschungsarbeit von Herrn Dr. Ulrich Münzer, Universität München), hat das Geologische Museum München eine Sonderausstellung mit dem Thema „Islands Geologische Vielfalt – Fotos und Exponate aus 20 Jahren Forschung in München“ konzipiert. In der Sonderausstellung werden in sieben Vitrinen die Themen "Islands geologische Vielfalt", "Tektonischer Rahmen","Heiß und Kalt", "Asche – Fluch und Segen", "Bomben und Lapilli" sowie "Sande und Gerölle“ präsentiert. Ausgestellt sind vorwiegend Gesteine sowie Luft-, Gelände- und Filmaufnahmen, die während der letzten 20 Jahre Forschungsarbeit von U. Münzer mitgebracht worden sind.

MOMENTE. Einmal erlebt. Nie vergessen.
14.07.2017 - 31.03.2018

Unvergessliche Szenen, die Geschichte schrieben. Ergreifende Augenblicke, die sich ins Gedächtnis gebrannt haben. Es gibt auch im Fußball Momente für die Ewigkeit – und genau diese können in der FC Bayern Erlebniswelt noch einmal erlebt werden. Die Sonderausstellung "MOMENTE. Einmal erlebt. Nie vergessen." versetzt die Besucher zurück in die entscheidenden Augenblicke aus den letzten fünf Jahrzehnten Vereinsgeschichte. Die Besucher können gemeinsam mit den Idolen des deutschen Rekordmeisters in Erinnerung schwelgen. In dem umfangreichen Filmmaterial kommen zahlreiche Bayern-Stars wie Karl-Heinz Rummenigge, Uli Hoeneß, Franz Beckenbauer, Philipp Lahm, Oliver Kahn, Arjen Robben oder Sepp Maier zu Wort. Ein weiteres Highlight sind die 3-D-Installationen, in denen die Besucher Teil dreier Momente werden können. Deutlich wird an jedem Punkt der Ausstellung, welche Kraft vom Fußball ausgeht - Gänsehaut garantiert.

Luther imagines 17
05.07.2017 - 01.04.2018

Thema der Ausstellung "Luther imagines 17" sind die verschiedenen Luther-Bilder, wie sie vor allem im Spiegel der Kunstmedaille zum Ausdruck kommen. Im Laufe der letzten 500 Jahre hat sich ein "Kanon" von Luther-Festen herausgebildet, an dessen Spitze die Erinnerung an Luthers Geburt im Jahr 1483 und den Thesenanschlag von 1517 steht. Wie die Medaillen deutlich machen, bringt jedes Zeitalter sein eigenes Luther-Bild hervor: Ist der Reformator im 16. Jahrhundert der gefeierte Propheta Germaniae und "dritte Elias", im 17. und 18. Jahrhundert "Lichtbringer" und "Wiederhersteller der reinen Lehre", so lädt sich seine Gestalt im 19. Jahrhundert nationalistisch auf und wird gleichzeitig zum Vorbild für das Bürgertum, das ihm in vielen Städten Denkmale setzt. Die Feiern im Kriegsjahr 1917 heroisieren Luther als deutschesten der Deutschen. 1983 gedenkt auch die DDR seines 500. Geburtstags. Schließlich bestätigt die Feier des Reformationsjubiläums am 31. Oktober 2017 ein Wort Goethes: Die "produktive" Wirkung Luthers hält auch nach 500 Jahren noch an.

Nie wieder. Schon wieder. Immer noch. Rechtsextremismus in Deutschland seit 1945
29.11.2017 - 02.04.2018

Die Ausstellung zeigt Entwicklungs­linien, Ereignisse und Akteure der extremen Rechten seit 1945 auf. München und Bayern stehen dabei im Mittelpunkt. Aus welchen Elementen setzt sich die menschen­feindliche und antidemokratische Ideologie des Rechtsextre­mismus zusammen? Inwieweit sind einzelne dieser Elemente auch für die gesell­schaftliche Mitte anschlussfähig?

Hoch hinaus! Hütten und Wege in den Alpen.
09.03.2017 - 08.04.2018

Die Sonderausstellung "Hoch hinaus! Wege und Hütten in den Alpen" des Deutschen Alpenvereins (DAV) untersucht erstmalig das Phänomen der alpinen Schutzhütten sowohl aus kultur- als auch architekturgeschichtlicher Sicht. Im Mittelpunkt steht die Frage, was die Besonderheit der alpinen Wege und Hütten ausmacht und wie der Typus "Hütte" entstand. Parallel zur Ausstellungseröffnung wird auch die alte Höllentalangerhütte, die 2013 im Wetterstein abgetragen und auf der Praterinsel wiederaufgebaut wurde, feierlich eingeweiht. Eines der schönsten Ausstellungsstücke ist die Ur-Hölle. Sie ist ein wundervolles Beispiel für die Anfänge des Schutzhüttenbaus und erzählt ungewöhnliche Geschichten. In ihr können die Besucher Bergleben um 1900 hautnah erleben.

Gabriele Münter. Malen ohne Umschweife
31.10.2017 - 08.04.2018

Bevor Gabriele Münter sich der Malerei zuwandte, hatte sie bereits fotografiert, um 1900 und zwar zum ersten Mal in den USA. Bald wird sie anfangen zu malen, fast täglich, ihr Leben lang. Und Gabriele Münter geht ins Kino! Sie war eine offene und experimentierfreudige Künstlerin, vieles, was sie geleistet hat, ist bisher nur wenig wahrgenommen worden, weil ihr Werk meist durch den engen Fokus ihrer Biografie und ihrer Beziehung zu Kandinsky interpretiert wurde. Bis heute sind daher fast nur ihre Bilder aus der Zeit des "Blauen Reiter" im Zentrum der Aufmerksamkeit gewesen. Und so ist der Name Münter vorwiegend mit dem deutschen Expressionismus assoziiert, mit Murnau und dem Münter-Haus. Münters Werk ist jedoch deutlich facettenreicher, fantasievoller und stilistisch breitgefächerter als bisher bekannt.

Nur Müll?
15.07.2017 - 08.04.2018

Eine Mitmachausstellung für Tonnenforscher, Rohstoffsammler und Wertentdecker. Müll gibt es, seit es Menschen gibt. Früher ließ man ihn einfach irgendwo liegen, heute landen die Dinge, die nicht mehr gebraucht werden, nicht mehr essbar oder kaputt sind, in der Tonne. Deckel zu und erledigt! Aber ist das wirklich so einfach? Wohin wird der ganz Müll gebracht, und was passiert dann mit ihm? In der neuen Ausstellung wirst du zum Forscher! Wirf einen Blick in die großen Wertstoffcontainer und entdecke, was in ihnen steckt. Eine Glasflasche, ein Schulheft oder ein Handy – untersuche verschiedene Gegenstände und begleite sie auf ihrem teilweise abenteuerlichen Weg zur Verwertung. An verschiedenen Stationen kannst du die Dinge trennen, sortieren und zerlegen. Finde heraus, aus welchen Materialien sie bestehen, woher diese kommen, wie man sie entsorgen und wiederverwenden kann. Lüfte viele Geheimnisse rund um die Rohstoffe und finde wertvolle Schätze.

Seth Price - Social Synthetic
21.10.2017 - 08.04.2018

Das Museum Brandhorst präsentiert die international erste Überblicksausstellung des US-amerikanischen Künstlers Seth Price. Die mehr als 150 Werke umfassende Ausstellung zeigt Skulpturen, Filme, Fotografien, Zeichnungen, Malerei, Video, Kleider und Textilien, Web-Design, Musik und Dichtung. Programmatisch dringt Price in Territorien jenseits der bildenden Kunst vor, indem er die Produktions- und Vertriebsformen der Musikindustrie, der Modewelt und des Literaturbetriebs aufgreift und nutzt. Dabei beschäftigt er sich mit den fundamentalen Veränderungen der visuellen Kultur, die mit der flächendeckenden Etablierung digitaler Medien einhergehen. "Seth Price – Social Synthetic" ist eine Kollaboration des Museum Brandhorst mit dem Stedelijk Museum Amsterdam, wo die Ausstellung vom 15. April bis 3. September 2017 zu sehen sein wird. Eine neue Werkserie schließt die im Jahr 2000 einsetzende Präsentation der vielseitigen und einflussreichen Praxis von Seth Price ab.

Again and Again — Sammlung Goetz im Haus der Kunst
15.09.2017 - 08.04.2018

In den 1990er-Jahren wurde der Loop – die Technik, mittels derer eine kurze Film- oder Videosequenz am Ende und am Anfang verbunden wird, sodass sich eine Endlosschleife ergibt – zu einem gängigen Stilmittel im Bereich der bewegten Bilder. Again and Again erforscht wie der Loop, sowie andere formale und räumliche Methoden wie etwa Mehrkanalinstallationen, Split Screen, oder Experimente mit Serialität das narrative Instrumentarium digitaler Videoarbeiten der 1990er- und 2000er-Jahre erweiterten. Ausgehend von diesen Strategien der Wiederholung durchleuchtet die Ausstellung gattungsspezifische Befragungen des mannigfaltigen Selbst. In den 1990er- und 2000er-Jahren wurde die Integrität von persönlicher Identität in Frage gestellt. Reality TV, Webcam-Kultur und Online-Portale wie Myspace erlaubten plötzlich Einblicke in ehemals private Bereiche anderer Leute. Eine stärkere Wahrnehmung von Überwachungstechnik und vermehrter Identitätsdiebstahl ließen Zweifel an der individuellen Souveränität im Informationszeitalter aufkommen. Weiterhin führten Diskussionen um Themen wie das Klonen von Menschen, Gentechnologie und Biopolitik zu einer fundamentalen Neubewertung individueller und kultureller Identität. Again and Again zeigt Werke von Künstlerinnen und Künstlern wie Brice Dellsperger, Tracey Emin, Mark Leckey und Bjørn Melhus, die eine Faszination für das gespaltene oder reproduzierte Subjekt aufweisen. Ob es der Künstler selbst ist, der persönliche Mythologien schafft, oder ob es die Figuren in seinem fiktionalen Universum sind, die fragmentiert und repliziert werden, hinterfragen die Arbeiten das Verständnis von dem Selbst um die Jahrtausendwende

Again and Again
15.09.2017 - 08.04.2018

Die Ausstellung Again and Again beschäftigt sich mit dem fragilen Bild vom Selbst in Videoarbeiten der 1990er- und 2000er-Jahre. Zu sehen sind 12 Werke, die durch die technischen Möglichkeiten digitaler Medienkunst das Spektrum der bildnerischen Gestaltung erweitert haben. Videokunst wurde schon in den Anfängen als Medium künstlerischer Selbstreflektion genutzt, denn anders als der analoge Film, erlaubten Videos die simultane Wiedergabe des gefilmten Materials auf einem Monitor. Die Auseinandersetzung mit den Konzepten des Selbst hat im Hinblick auf die Genderforschung, neue wissenschaftliche Entwicklungen und die fortschreitende Selbstinszenierung in den Massenmedien und sozialen Netzwerken nichts von ihrer Aktualität eingebüßt. Dabei haben Künstlerinnen und Künstler durch neue Erzähltechniken in der Medienkunst wie Loop, Mehrkanalprojektion und Splitscreen das bildnerische Repertoire ständig erweitert. Die Verbindung von Psychologie und bewegtem Bild untersuchen Kristin Lucas (*1968, Davenport, US), Tracey Emin (*1963, Croydon, GB) und Doug Aitken (*1968, Redondo Beach, US) in ihren Arbeiten. Bei Mathilde ter Heijne (*1969, Straßburg, FR), Candice Breitz (*1972, Johannesburg, SA) und Cindy Sherman (*1954 Glen Ridge, US) geht es um Fragen der weiblichen Identität. Brice Dellsperger (*1972, Cannes, FR) Mark Leckey (*1964, Birkenhead, GB), Ryan Trecartin (*1981, Webster, US) und Matthew Barney (*1967, San Francisco, US) erweitern das Spektrum der Gender-Identitäten und lassen die Grenzen fluid erscheinen. Der Titel der Ausstellung Again and Again ist der gleichnamigen 1-Kanal-Installation von Björn Melhus (*1966, Kirchheim unter Teck, DE) entlehnt, in der er sich auf eine humorvolle Art und Weise mit der Thematik des Klonens beschäftigt und die auf acht Monitoren präsentiert wird.

Crystallos-Kristall
13.12.2017 - 08.04.2018

Kristalle, mit ihren glänzenden und funkelnden Flächen, Kanten, Spitzen haben den Menschen schon immer fasziniert. Während der Begriff ursprünglich nur den Bergkristall bezeichnete, hat sich die heutige Vorstellung ausgeweitet. Heute bezeichnet Kristall jeden festen Körper, dessen Bauteile (Atome, Ionen, Moleküle) gesetzmäßig angeordnet sind. Die meisten in der Natur vorkommenden Minerale bilden Kristalle, alle Edelsteine (mit Ausnahme des Opals), alle Metalle von Gold über Silber bis zum Platin. Mittlerweile ist aber nicht nur die Natur Quelle einer Vielzahl von Kristallen, zahlreiche Kristalle - auch solche, die in der Natur gar nicht vorkommen - werden vom Menschen künstlich hergestellt und dienen den verschiedensten industriellen und technischen Zwecken. All unsere Computer, die selbstverständlichen Notebooks, Smartphones gäbe es ohne Kristalle nicht, genauso wie Quarzuhren oder Solarzellen. Diesem weitgefassten Thema ist die diesjährige Sonderausstellung im Museum Reich der Kristalle gewidmet: Beginnend in der Antike mit der verschiedenen Vorstellungen über Entstehung und Aufbau der Kristalle bis hin zur modernen Kristallzuchttechnik und der Anwendung von Kristallen in allen Bereichen unseres Lebens. Das Schönste, was die Natur an Kristallen bieten kann, wird in dieser Ausstellung gezeigt. Da gibt es riesige leuchtende Bergkristalle und beeindruckende Amethystdrusen, aber auch Aquamarine, Smaragde, Rubine, Saphire und Diamanten, genauso wie Kristalle von Gold und Silber und Seltenheiten aus der Natur, wie sie noch nie zu sehen waren.

Hirsch Aub - Porträt eines Rabbiners
11.10.2017 - 29.04.2018

Als sich 1825 in München der Anwärter auf das Rabbineramt Hirsch Aub gegen 13 weitere Kandidaten durchsetzte, begründete dies eine 45 Jahre andauernde Ära, in der der Rabbiner seine Gemeinde durch bewegte Zeiten leiten sollte. Die im Zuge der Emanzipation jüdischer Bürger_innen einsetzende Reformbewegung innerhalb des Judentums ging vielerorts nicht konfliktfrei vonstatten, sowohl in den Gemeinden selbst als auch in Bezug auf die christlichen Kirchen. Durch seine klare Eine Schenkung des Jewish Museum New York, ein großformatiges Porträtgemälde Hirsch Aubs um 1850, ermöglicht es dem Jüdischen Museum München nun, Münchens prägenden Rabbiner angemessen in Szene zu setzen und im Rahmen einer Studienraumausstellung zu präsentieren.Positionierung zur traditionellen Religionsausübung, die sich dennoch einigen Elementen der neuen Gottesdienstform offen gegenüber zeigte, gelang es Aub, die Einheit der jüdischen Gemeinde in München zu wahren und gleichzeitig Wohlwollen und Anerkennung auf staatlicher Seite zu gewinnen.

A good neighbour
14.12.2017 - 29.04.2018

Die Epoche, in der wir leben, fordert uns auf neue Weise heraus. Die Grenzen zwischen Privatem und Öffentlichem sind unscharf geworden. Alte Verbindungen lösen sich auf, neue Allianzen entstehen, der Wert von friedlicher Koexistenz steht auf dem Prüfstand. Internationale Künstlerinnen und Künstler, eingeladen von Elmgreen & Dragset, beleuchten Vorstellungen von guter Nachbarschaft und den Umgang mit Eigenem und Fremdem. Als erste Kooperation der Pinakothek der Moderne mit der Istanbul Biennale bildet "a good neighbour" auch eine Brücke zwischen der Türkei und Deutschland.

Futuro. A Flying Saucer in town
02.06.2017 - 03.06.2018

Das FUTURO ist nicht nur das bekannteste und innovativste, sondern auch eines der ersten in Serie produzierten Kunststoffhäuser der Welt. Kein anderes Objekt verkörpert den Glauben an den technologischen Fortschritt und an die Zukunft des Raumfahrtzeitalters der späten 1960er-Jahre besser als das FUTURO. Nicht umsonst sollte es zum Inbegriff des utopischen Designs werden. Das in Segmentbauweise aus glasfaserverstärktem Polyester bestehende Haus war für unterschiedliche Verwendungszwecke vorgesehen. Ursprünglich als Skihütte für unwegsames Gelände geplant, konnte es aber auch als Wochenendhaus, Unterrichtsraum oder gar als Bankfiliale dienen. In seiner Form, Ausstattung und durch seine vielseitigen Verwendungsmöglichkeiten veranschaulicht das FUTURO exemplarisch die visionären Designideen jener Epoche zwischen Pop und Sozialrevolution, die letztendlich die Idee des Funktionalismus spaltete.

Kiki Smith — Procession
02.02.2018 - 03.06.2018

Seit über drei Jahrzehnten befasst sich die 1954 in Nürnberg geborene US-amerikanische Künstlerin Kiki Smith in ihrem facettenreichen Œuvre mit den politischen und sozialen, aber auch den philosophischen und geistigen Aspekten der menschlichen Natur. Furchtlos erkundet sie den Körper und setzt sich zugleich auf komplexe Weise mit der "conditio humana" auseinander. Ihre Werke verhandeln Fragen von Alter und Tod, Verwundung und Heilung, Wiederbelebung, Fragmentierung, Geburt, Sexualität, Gender und Erinnerung. Neben Skulpturen produziert Smith vor allem Zeichnungen, Radierungen und Lithographien, aber auch Künstlerbücher, Fotografien, Videos sowie in jüngster Zeit auch Bildteppiche. Dabei greift sie ebenso auf traditionelle wie moderne handwerkliche Verfahren zurück. Bemerkenswert ist die Vielfalt der von ihr verwendeten Materialien, darunter unter anderem Bronze, Gips, Glas, Porzellan, Papier, Aluminium, Latex, Federn und Bienenwachs. Die Ausstellung bietet einen Überblick über Smiths künstlerisches Schaffen der letzten drei Jahrzehnte. So ist das Frühwerk unter dem Eindruck der schlagartigen politischen, sozialen und kulturellen Veränderungen in den 1980er-Jahren entstanden, die von den Folgen der AIDS-Epidemie, von leidenschaftlich geführten Diskursen über Sexualität und Gender sowie von feministischen Aktivitäten geprägt waren. Seit den frühen 1990er-Jahren befasst sich Smith dagegen zunehmend mit alternativen historischen Narrativen und setzt sich mit Mythen, Legenden und Sagen, Glaubensfragen sowie den Traditionen nicht-abendländischer Kulturen auseinander. "Procession" präsentiert die ganze Vielfalt ihres Œuvres und zeichnet dessen Entwicklung bis in die jüngste Zeit nach.

Jablonec '68 1. Internationales Silberschmuck-Symposium
10.03.2018 - 03.06.2018

Im Jahr 2018 jährt sich zum 50. Mal der Jahrestag des 1. Internationalen Silberschmuck-Symposiums Jablonec ’68. Die Neue Sammlung widmet diesem einzigartigen historischen Moment in der Geschichte des Autorenschmucks eine Ausstellung aus Anlass seines 50-jährigen Jubiläums, in der die damals entstandenen Schmuckarbeiten erstmals wieder zu sehen sind. Seit Mitte des 19. Jahrhunderts galt Jablonec nad Nisou mit seiner Nähe zu den böhmischen Glaszentren Libereč und Železný Brod als Mekka der Schmuckindustrie. Glasperlen und -schmuck wurden bis nach Afrika exportiert und Industrieausstellungen fanden statt. Ende der 1960er-Jahre traf die allgemein schwierige wirtschaftliche Situation auch die tschechoslowakische Schmuckindustrie. Das Schmucksymposium sollte mit Hilfe einer modernen Formsprache und dem internationalen Austausch einen Ausweg aus diesem Dilemma schaffen und an die Erfolge des tschechoslowakischen Schmucks auf den Weltausstellungen in Brüssel 1958 und Montreal 1967 anschließen.

Germaine Krull. Métal
28.09.2017 - 10.06.2018

Ihre Bedeutung als avantgardistische Künstlerin verdankt die Fotografin Germaine Krull ihrem wegweisenden Mappenwerk "Métal" (1928). Eiserne Konstruktionen wie Kräne, Brücken, Maschinen und den Eiffelturm setzt sie darin mittels ungewöhnlicher Perspektiven und Bildausschnitte in Szene. Die Abfolge im Portfolio lässt aus den Einzelbildern einen geradezu filmisch-bewegten "Tanz der nackten Metalle" werden und zeigt die gigantischen Metallkonstruktionen als dynamische Monumente einer modernen Zeit. Die Präsentation zeigt alle 64 Tafeln aus dem Portfolio "Métal" ergänzt um originale Fotografien der Serie aus den Beständen der Stiftung Ann und Jürgen Wilde.

Japanische Plakate: Ikko Tanaka - Faces
03.03.2018 - 17.06.2018

Inspiriert von Bauhaus, amerikanischem Jazz und der ästhetischen Tradition Japans, ist Ikko Tanaka (1930-2002) bis heute einer der einflußreichsten japanischen Grafikdesigner. Die Präsentation widmet sich dem Motiv des Gesichts im Plakatschaffen dieses Vermittlers zwischen japanischer Kultur und dem Westen. Wie in einer Schönheitengalerie passieren die Gesichter Revue: in radikaler geometrischer Abstraktion, kalligrafischer Expressivität oder gebannt durch Fotografie, zeichenhaft, verfremdet, als undurchdringliche Maske, surreal, verspielt. Mit sublimer Verführung oder theatralischer Anmache wollen diese Gesichter die Aufmerksamkeit des Betrachters gewinnen, sei es für ein No- und Kabuki-Theater, sei es für Ausstellungen, Kommunikationsunternehmen oder eine Kollektion des Modedesigners Issey Miyake. In kühner Abstraktion und Balance des Gegensätzlichen, ausdrucksstark, elegant und kraftvoll – so könnte man den Stil von Ikko Tanaka skizzieren. Ivan Chermayeff, sein amerikanischer Kollege, nannte ihn "distiller of visual truth".

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